Wenn du im Leben – oder vor der Kamera ;) – besonders gut aussehen willst, ist es hilfreich zu wissen, was für ein Figurtyp du bist und wie du dich besonders gut zur Geltung bringst.

 

Bemerkung: wenn du ein Shooting bei mir oder einem anderen Fotografen buchst, wähle ich mit dir die Sachen aus, die sich allgemein für Fotos und individuell für dich und deinen gewünschten Hintergrund besonders gut eignen. Pack einfach ein, worin du dich wohl fühlst – besser mehr als weniger – und wir gehen das zusammen durch.

 

Die Figurtypen im Überblick

Typ A – hier sind die Schultern deutlich schmaler als die Hüfte

Typ V – hier sind die Schultern breiter als die Hüfte

Typ X – hier sind Schultern und Hüfte ebenfalls etwa gleich breit, aber es gibt eine deutlich erkennbare Taille

Typ H – hier sind Schultern und Hüfte etwa gleich breit und es ist keine ausgeprägte Taille zu erkennen

Typ O – wo sich der dominanteste Teil in der Körpermitte befindet

 

Wie finde ich heraus, welcher Figurtyp ich bin?

Du brauchst:

  • eine helfende Person
  • Papier, dass so lang ist, wie du groß bist – z.B. eine Rolle Packpapier
  • etwas Tesafilm
  • einen Stift

Falls es dir schwer fällt, deinen Typ durch einen Blick in den Spiegel zu bestimmen – wer ist da schon fair zu sich selbst? -, gibt es einen praktischen Trick, um deinen Figurtyp wirklich objektiv einschätzen zu können.

Du hängst mithilfe des Tesafilms das Papier mit der oberen Kante etwas über deinem Kopf an eine Wand oder eine Tür. Dann stellst du dich davor und bittest jemanden mit einem Stift um deine Kontur herum zu malen. An einer Wand funktioniert das besser als auf dem Fußboden, weil auf dem Boden dein eigenes Gewicht dich breiter drücken würde, als du bist. Sei nett zu dir selbst.

Danach malst du gerade Linien zwischen den Schultern und den breitesten Stellen an der Hüfte. Damit hast du ein Rechteck und kannst vergleichen, wie breit die Schultern im Vergleich zur Hüfte sind.

Dein erster Blick geht auf die vertikalen Linien des Rechtecks.

Laufen sie nach unten deutlich schmal zu? Dann bist du ein Typ V.

Laufen sie nach oben deutlich schmal zu? Dann bist du ein Typ A.

Sind sie in etwa parallel, dann bist du Figurtyp X, H oder O und wirfst einen zweiten Blick auf den Taillenbereich.

Ist die Taille deutlich innerhalb des Rechtecks? Dann bist du Typ X.

Ist sie deutlich außerhalb des Rechtecks? Dann bist du Typ O.

Oder ist sie nicht auffällig inner- oder außerhalb? Dann bist du vermutlich Typ H.

 

Und wie hilft mir das jetzt?

Wir können mit Kleidung den Blick unseres Gegenübers gezielt lenken und mit der richtigen Farbwahl und Linienführung ausbalanciert wirken wie ein Figurtyp X, ohne einer zu sein.

An welchen Schrauben können wir drehen? Das erste, was einem einfällt, ist sicher die Silhouette. Fotografisch sind extra Flächen allerdings mit Vorsicht zu genießen, weil sie zweidimensional breiter wirken, als sie in Wirklichkeit sind. Ein Typ O, der gerne mit weich fallenden Stoffen etwas kaschiert, wirkt dadurch fülliger, als er ist. Halte deine Außenlinie nah am Körper – schmal geschnitten (nicht hauteng) wirkt meist am vorteilhaftesten.

Sehr machtvoll sind auch die Innenlinien – also die Linien, die sich auf einem Bild innerhalb des Körpers befinden, wie der Ausschnitt, Drapierungen, sichtbare Nähte oder ein Gürtel, etc. Dazu schreibe ich später noch etwas ausführlicher.

Besonders gut eignen sich Farben und Kontraste, um die Aufmerksamkeit zu steuern. Grundsätzlich gilt: alles, was hell ist, zieht die Blicke auf sich. Alles, was dunkel ist, fällt zurück. Ein Figurtyp A kann also mit einem hellen Oberteil und einer dunklen Hose den Blick gut nach oben lenken, während ein Typ V anders herum ausgewogener aussieht. Auch hierüber kannst du später noch ausführlicher auf meinem Blog lesen. Besonders in Kombination mit dem Hintergrund lässt sich hier viel erreichen.

Außerhalb der Fotografie eignen sich auch Details wie Knöpfe und Rüschen oder Muster, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und Balance zu schaffen. Für Fotos rate ich davon generell eher ab, weil alles, was nach Aufmerksamkeit schreit, den Betrachter von dem eigentlich wichtigen ablenkt – deinem Gesicht.

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Ausnahmen bestätigen die Regeln

In der Schwangerschaftsfotografie ist das X natürlich nicht das Maß aller Dinge. Hier steht der Bauch im Mittelpunkt und sollte gut sichtbar sein. Hier können die Tops hauteng sein, und es ist alles erlaubt, was den Blick auf das kleine Wunder in deinem Körper lenkt.

 

Der ultimative Trick in der Fotografie

Im realen Leben kann man sich den Hintergrund nicht aussuchen – vor der Kamera schon!

Wenn die Farbe deiner Kleidung der Farbe des gewählten Hintergrundes sehr ähnlich ist, ist der Kontrast so niedrig, dass er vom Betrachter kaum noch wahrgenommen wird. Das wirkt vorteilhaft für alle Figurtypen. Der Fokus des Betrachters landet automatisch da, wo du ihn haben willst – auf deinem Gesicht und den Händen, die dein Baby halten. Das funktioniert mit jeder Hintergrundfarbe, es muss nicht immer Schwarz sein (siehe unten).

Wichtig ist, dass beispielsweise für tiefschwarze Kleidung kein tiefschwarzer Hintergrund gewählt wird. Wenn man den Körper gar nicht mehr sieht, kann es aussehen, als würden Kopf oder Hände frei im Raum schweben.

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Du siehst, es gibt Mittel und Wege, mit denen jeder vor der Kamera gut aussehen kann – trau dich!

Serie “Was soll ich anziehen?”

Hier kannst du weiterlesen:

Teil 1: Welcher Figurtyp bin ich?

Teil 2: Was soll ich anziehen – schmeichelhafte Linienführung

Teil 3: Eine kleine Farbberatung – welche Farbe passt zu mir?

Und demnächst:

Teil 4: Empfehlung für Fotoshootings – Portrait, Babybauch, Paare, Familie

Weitere Links zum Thema:

Style Tips & Trends von Nancy Nix-Rice (englisch)

 

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